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Bildung in der Schweiz

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Das Schweizer Bildungssystem

Öffentliches Schulsystem

Das öffentliche Schulsystem der Schweiz ist in drei Stufen gegliedert: Primarschule, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. Die Schulpflicht dauert elf Jahre und schließt in der Regel zwei Kindergartenjahre ein. Öffentliche Schulen sind kostenlos und qualitativ hochstehend, wobei jeder Kanton seinen Lehrplan innerhalb des HarmoS-Rahmens eigenständig umsetzt.

Die Unterrichtssprache richtet sich nach der Amtssprache des Kantons: Deutsch in den meisten Kantonen der Deutschschweiz, Französisch in der Romandie, Italienisch im Tessin und teilweise Romanisch in Graubünden. Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse erhalten intensive Unterstützung im lokalen Schulsystem, etwa durch DaZ-Unterricht oder entsprechende Angebote in anderen Sprachregionen.

Am Ende der Sekundarstufe I werden Schülerinnen und Schüler je nach Leistung in unterschiedliche Niveaus oder Bildungswege eingeteilt, was ihre Optionen für die nachobligatorische Ausbildung beeinflusst. Dieses differenzierte System mag für Familien aus anderen Ländern ungewohnt sein, ist in der Schweiz aber fest verankert und sehr durchlässig.

Tipps
  • 1.Melden Sie Ihre Kinder direkt nach der Gemeinderegistration bei der örtlichen Schulverwaltung an.
  • 2.Das Schuljahr beginnt meist Mitte August. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit der Schule auf, wenn Sprachförderung benötigt wird.

Private und internationale Schulen

Die Schweiz beherbergt zahlreiche renommierte internationale Schulen. Diese bieten Unterricht auf Englisch, Französisch oder in anderen Sprachen und orientieren sich an Programmen wie dem International Baccalaureate, britischen A-Levels, dem amerikanischen AP-System oder dem französischen Baccalauréat. Sie richten sich vor allem an Familien von Diplomaten, Mitarbeitenden multinationaler Unternehmen und international mobilen Fachkräften.

Die Schulgelder sind hoch. Internationale Tagesschulen kosten oft zwischen CHF 20'000 und CHF 50'000 pro Jahr, Internate renommierter Häuser deutlich mehr. Viele internationale Arbeitgeber übernehmen diese Kosten ganz oder teilweise im Rahmen von Relocation-Paketen. Es lohnt sich daher, dies vor einer Anmeldung mit dem Arbeitgeber zu klären.

Private Schweizer Schulen, häufig bilingual oder trilingual, sind eine Alternative. Sie kombinieren den Schweizer Lehrplan mit mehrsprachigem Unterricht und führen zu in der Schweiz anerkannten Abschlüssen. Die Aufnahme setzt oft einen Einstufungstest und ein Gespräch voraus.

Tipps
  • 1.Bewerben Sie sich bei beliebten internationalen Schulen sechs bis zwölf Monate im Voraus, besonders in Genf, Zürich und Lausanne.
  • 2.Klären Sie mit der Personalabteilung Ihres Arbeitgebers, ob Bildungszulagen oder Schulgelderstattungen vorgesehen sind.

Universitäten und ETH

Die Schweiz verfügt über zwölf Universitäten, zwei Eidgenössische Technische Hochschulen und mehrere Fachhochschulen. Die ETH Zürich und die EPFL in Lausanne zählen international zu den angesehensten Hochschulen, insbesondere in Naturwissenschaften, Technik und Ingenieurwesen.

Die Studiengebühren an öffentlichen Schweizer Hochschulen sind im internationalen Vergleich relativ moderat und liegen meist zwischen einigen hundert und wenigen tausend Franken pro Semester. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten hoch, weshalb Studierende je nach Wohnort und Lebensstil ein entsprechend solides Jahresbudget einplanen müssen.

Fachhochschulen bieten praxisnahe Bachelor- und Masterprogramme in Bereichen wie Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Soziale Arbeit oder Gestaltung. Sie arbeiten eng mit der Wirtschaft zusammen und setzen häufig eine einschlägige Berufsausbildung oder Fachmaturität voraus. Viele Programme enthalten Pflichtpraktika.

Tipps
  • 1.Informieren Sie sich früh über Bewerbungsfristen. Je nach Hochschule und Studiengang liegen sie oft mehrere Monate vor Semesterbeginn.
  • 2.Nicht-EU-Studierende müssen nach Erhalt der Zulassung in der Regel ein nationales Studentenvisum beziehungsweise eine entsprechende Einreisebewilligung beantragen.

Sprachschulen

Das Erlernen der lokalen Sprache ist für Integration und berufliche Entwicklung in der Schweiz entscheidend. Sprachschulen im ganzen Land bieten Kurse in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch an. Bekannte Anbieter sind Migros Klubschule, Berlitz, Benedict, das Goethe-Institut und die Alliance Française. Die Kursniveaus reichen in der Regel von A1 bis C2.

Intensivkurse mit vielen Wochenstunden dauern meist einige Wochen und sind entsprechend teurer, während Abend- oder Teilzeitkurse über mehrere Monate laufen. Viele Kantone subventionieren Sprachkurse für Neuankömmlinge, insbesondere auf den Niveaus A1 und A2. Es lohnt sich, beim kantonalen Integrationsdienst nach vergünstigten Angeboten zu fragen.

Für Beruf, Studium und Bewilligungsverfahren sind anerkannte Sprachzertifikate oft sehr hilfreich. Für Deutsch ist etwa das Goethe-Zertifikat bekannt, für Französisch DELF oder DALF und für Italienisch CELI oder PLIDA. Für den Schweizer Kontext sind auch telc- und fide-Prüfungen wichtig, etwa für die C-Bewilligung oder die Einbürgerung.

Tipps
  • 1.Die Migros Klubschule ist häufig eine der günstigeren Optionen und in sehr vielen Schweizer Städten vertreten.
  • 2.Fragen Sie gezielt nach fide-Vorbereitungskursen, wenn Sie ein Sprachzertifikat für migrationsrechtliche Zwecke benötigen.

Berufsbildung (Lehre)

Das duale Berufsbildungssystem der Schweiz gilt international als besonders erfolgreich. Rund zwei Drittel der Jugendlichen entscheiden sich nach der obligatorischen Schule für eine Lehre, bei der praktische Ausbildung im Betrieb mit Unterricht an der Berufsfachschule kombiniert wird.

Es gibt über 250 anerkannte Lehrberufe, von klassischen handwerklichen Tätigkeiten bis zu modernen Feldern wie IT, Gesundheitswesen, Banking oder Medien. Eine Lehre dauert meist drei bis vier Jahre und führt zu einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis. Lernende erhalten einen Lohn, der mit jedem Lehrjahr ansteigt.

Nach der Lehre stehen mehrere Wege offen: direkter Berufseinstieg, Berufsmaturität für den Zugang zu Fachhochschulen oder weiterführende Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen. Das System trägt stark zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz bei und ist gesellschaftlich hoch anerkannt.

Tipps
  • 1.Freie Lehrstellen finden Sie unter anderem über berufsberatung.ch oder orientation.ch.
  • 2.Auch internationale Jugendliche können unter Umständen eine Lehre beginnen, wenn sie eine passende Aufenthaltsbewilligung und ausreichende Sprachkenntnisse besitzen.

Weiterbildung

Die Schweiz hat eine ausgeprägte Kultur des lebenslangen Lernens. Hochschulen, Fachhochschulen und spezialisierte Anbieter bieten berufsbegleitende Weiterbildungen wie MBA, CAS, DAS oder MAS an, die sich mit einer Vollzeitstelle kombinieren lassen.

Abschlüsse der höheren Berufsbildung genießen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt einen hohen Stellenwert. Dazu gehören Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen, mit denen branchenspezifische Fachkompetenz auf hohem Niveau nachgewiesen wird. Viele Arbeitgeber unterstützen Mitarbeitende dabei mit Zeit, Geld oder beidem.

Auch Online- und Hybridformate haben stark zugenommen. Neben Hochschulen bieten Einrichtungen wie die Migros Klubschule und weitere Bildungsanbieter zahlreiche Kurse ohne formalen Abschluss an, etwa in IT, Projektmanagement, Kreativbereichen oder Gesundheit. Weiterbildungskosten lassen sich in vielen Fällen steuerlich abziehen.

Tipps
  • 1.Weiterbildungskosten sind in der Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abzugsfähig.
  • 2.Prüfen Sie vor einer Eigenfinanzierung, ob Ihr Arbeitgeber ein Weiterbildungsbudget oder Studienurlaub anbietet.