Finanzen
Bankwesen, Steuern, Investitionen, Versicherungen und Finanzplanung in der Schweiz.
Ein Schweizer Bankkonto eröffnen
Die Eröffnung eines Bankkontos gehört zu den ersten wichtigen Schritten nach der Ankunft in der Schweiz. Sie benötigen eine Schweizer IBAN, um Lohn zu empfangen, Miete zu bezahlen, Versicherungen einzurichten und den Alltag zu organisieren. Zu den bekannten traditionellen Banken zählen UBS, ZKB, PostFinance, Raiffeisen und die Kantonalbanken. Digitale Anbieter wie Neon, Yuh oder ZAK bieten oft gebührenarme oder gebührenfreie Konten an.
Für die Kontoeröffnung brauchen Sie in der Regel einen gültigen Ausweis, eine Aufenthaltsbewilligung oder Anmeldebestätigung, einen Adressnachweis und häufig einen Beschäftigungsnachweis. Klassische Banken verlangen oft einen Termin in der Filiale, während digitale Banken ein vollständiges Online-Onboarding mit Videoidentifikation ermöglichen.
Die Kontogebühren unterscheiden sich deutlich. Traditionelle Banken verlangen häufig eine monatliche Gebühr für ein Privatkonto, während digitale Banken oft günstiger sind. Kantonalbanken haben für Einwohner ihres Kantons teilweise besonders attraktive Konditionen.
- 1.Ein digitales Konto kann für den schnellen Start sehr praktisch sein; für Hypotheken oder komplexere Finanzprodukte kommt später eventuell eine klassische Bank hinzu.
- 2.Geben Sie Ihre IBAN der Personalabteilung Ihres Arbeitgebers sofort weiter, damit der erste Lohn pünktlich eintrifft.
TWINT und mobile Zahlungen
TWINT ist das dominierende mobile Zahlungssystem der Schweiz. Es wird für Einkäufe im Laden, Online-Shopping, Person-zu-Person-Zahlungen, Parkautomaten und viele weitere Alltagszahlungen genutzt. In sehr vielen Geschäften, Restaurants und Dienstleistungen wird TWINT akzeptiert.
Für die Einrichtung laden Sie die App Ihrer Bank oder die TWINT-Prepaid-App herunter, verknüpfen sie mit Ihrem Bankkonto und bestätigen Ihre Identität. Der Prozess dauert meist nur wenige Minuten. Für private Zahlungen ist TWINT in der Regel kostenlos, und Geldüberweisungen zwischen Privatpersonen erfolgen sofort.
Auch Apple Pay und Google Pay sind in der Schweiz weit verbreitet. Viele Banken unterstützen die Einbindung ihrer Karten in diese Wallets. Kontaktloses Bezahlen ist Standard, auch wenn manche kleinere Betriebe weiterhin Bargeld bevorzugen.
- 1.Richten Sie TWINT möglichst am ersten Tag ein. Für den Alltag in der Schweiz ist es eines der praktischsten Zahlungsmittel.
- 2.Nutzen Sie die Zahlungsanforderung in TWINT, um Gruppenrechnungen oder gemeinsame Wohnkosten einfach aufzuteilen.
Kreditkarten und Vergleich
Kreditkarten werden in der Schweiz vor allem für Onlinekäufe, Reisen und größere Ausgaben genutzt. Visa und Mastercard sind fast überall akzeptiert, American Express etwas seltener. Die Jahresgebühren reichen von gratis bis zu mehreren hundert Franken für Premiumkarten.
Bekannte Herausgeber sind Swisscard, Cembra, Cornèrcard und Viseca. Viele Karten bieten Cashback, Flugmeilen oder Bonusprogramme. Vergleichsplattformen wie moneyland.ch helfen dabei, Gebühren, Wechselkurse und Zusatzleistungen zu vergleichen.
Für Expats ist besonders wichtig, wie hoch die Fremdwährungsaufschläge sind. Viele traditionelle Karten sind bei Zahlungen im Ausland deutlich teurer als spezialisierte Alternativen wie Wise oder bestimmte Neobanken.
- 1.Für internationale Zahlungen sind Anbieter mit günstigen Wechselkursen oft sinnvoller als klassische Kreditkarten.
- 2.Wählen Sie bei Kartenzahlungen im Ausland nach Möglichkeit immer die Landeswährung statt einer automatischen Umrechnung.
Drei-Säulen-Rentensystem
Das Schweizer Vorsorgesystem besteht aus drei Säulen. Die erste Säule ist die staatliche Altersvorsorge, die zweite Säule die berufliche Vorsorge für Arbeitnehmende oberhalb bestimmter Schwellenwerte, und die Säule 3a ist die freiwillige steuerbegünstigte private Vorsorge.
Die erste und zweite Säule sollen zusammen einen Teil des letzten Erwerbseinkommens im Alter absichern. In die Säule 3a können jährlich steuerlich abzugsfähige Beträge eingezahlt werden; Selbständige ohne zweite Säule haben dabei meist höhere Spielräume.
Gelder aus der Säule 3a werden entweder auf Vorsorgekonten gehalten oder in Wertschriften investiert. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie vorzeitig bezogen werden, etwa für Wohneigentum, Selbständigkeit oder bei dauerhaftem Wegzug aus der Schweiz.
- 1.Schöpfen Sie die Säule-3a-Beiträge wenn möglich jährlich aus. Die Steuerersparnis kann erheblich sein.
- 2.Bei langem Anlagehorizont kann eine wertschriftenbasierte 3a-Lösung attraktiver sein als ein klassisches Sparkonto.
Steuererklärung in der Schweiz
Das Schweizer Steuersystem ist föderal aufgebaut und umfasst Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. Personen mit C-Bewilligung und Schweizer Staatsbürger reichen in der Regel jährlich eine Steuererklärung ein, während viele Personen mit B-Bewilligung quellenbesteuert werden. Je nach Situation kann dennoch eine ordentliche Veranlagung sinnvoll oder nötig sein.
Zu den üblichen Abzügen gehören Pendelkosten, auswärtige Verpflegung, Weiterbildung, Einzahlungen in die Säule 3a, Kinderbetreuung, Spenden, Schuldzinsen und gewisse Versicherungsaufwendungen. Kantone stellen häufig elektronische eTax-Lösungen bereit, die das Ausfüllen erleichtern.
Die Fristen variieren je nach Kanton, liegen aber oft im Frühjahr. Verlängerungen sind meist möglich. Viele Expats beauftragen für die erste Steuererklärung einen Treuhänder, insbesondere wenn internationale Vermögenswerte oder komplexere Verhältnisse vorliegen.
- 1.Beantragen Sie frühzeitig eine Fristerstreckung, wenn Sie den Termin nicht einhalten können. In vielen Kantonen ist das unkompliziert.
- 2.Sammeln Sie während des Jahres alle Belege für abzugsfähige Ausgaben, damit die Steuererklärung schneller und sauberer erstellt werden kann.
Währungsumtausch
Der Schweizer Franken zählt zu den stabilsten und stärksten Währungen der Welt. Wenn Sie Einkommen in einer anderen Währung beziehen oder regelmäßig Geld ins Ausland überweisen, sind Wechselkurse und Gebühren besonders wichtig. Klassische Banken bieten dabei oft schlechtere Konditionen als spezialisierte Anbieter.
Kleinere Umtausche an Flughäfen oder Bahnhöfen sind meist besonders teuer. Auch Grenzgeschäfte akzeptieren zwar oft Euro, rechnen jedoch häufig zu ungünstigen Kursen um. In vielen Fällen ist es besser, direkt in Franken zu bezahlen.
Mehrwährungskonten bei Anbietern wie Wise oder Revolut erlauben das Halten verschiedener Währungen und Umrechnungen zu deutlich besseren Kursen. Das ist besonders praktisch für Personen mit internationalen Verpflichtungen oder häufigen Auslandseinkäufen.
- 1.Tauschen Sie Geld möglichst nicht an Flughafen-Schaltern. Die Kurse dort sind in der Regel am schlechtesten.
- 2.Wenn Sie in Euro bezahlt werden, aber in der Schweiz leben, kann ein Mehrwährungskonto helfen, unnötige Wechselkursverluste zu vermeiden.
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