Familie

Familienunterstützung, Kinderbetreuung, Elternschaft, Aktivitäten für Kinder und familienbezogene Dienstleistungen.

Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub

Der gesetzliche Mutterschaftsurlaub in der Schweiz umfasst 14 Wochen bezahlte Abwesenheit zu 80 Prozent des Lohns bis zur gesetzlichen Obergrenze. Er beginnt mit der Geburt, und der Kündigungsschutz erstreckt sich von der Schwangerschaft bis 16 Wochen nach der Geburt.

Der Vaterschaftsurlaub umfasst zwei Wochen bezahlte Abwesenheit zu 80 Prozent des Lohns und kann innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt flexibel bezogen werden. Viele Arbeitgeber bieten darüber hinaus zusätzliche familienfreundliche Leistungen an.

Je nach Kanton und Arbeitgeber bestehen weitere Unterstützungen für Familien. Viele Eltern vereinbaren zudem reduzierte Arbeitszeiten oder einen stufenweisen Wiedereinstieg.

Tipps
  • 1.Informieren Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig und besprechen Sie den Wiedereinstieg rechtzeitig. Das Schweizer Recht schützt Ihre Stelle während des Mutterschaftsurlaubs.
  • 2.Prüfen Sie, ob Ihr Arbeitgeber über die gesetzlichen Mindestleistungen hinaus zusätzlichen Elternurlaub anbietet.

Kinderzulagen

Familien in der Schweiz haben unabhängig von Einkommen oder Nationalität grundsätzlich Anspruch auf Kinderzulagen. Das Bundesminimum beträgt CHF 200 pro Kind und Monat, dazu kommen höhere Ausbildungszulagen für ältere Kinder in Ausbildung. Viele Kantone zahlen mehr als das Mindestniveau.

Angestellte Eltern erhalten die Zulagen in der Regel über den Arbeitgeber, der die Abwicklung mit der Familienausgleichskasse übernimmt. Selbständigerwerbende stellen den Antrag direkt. Pro Kind kann die Zulage grundsätzlich nur von einem Elternteil bezogen werden.

Je nach Kanton und Gemeinde profitieren Familien zusätzlich von Steuerabzügen, vergünstigten Krankenkassenprämien für Kinder oder subventionierter Kinderbetreuung.

Tipps
  • 1.Beantragen Sie die Kinderzulagen möglichst direkt nach der Geburt über die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers.
  • 2.Prüfen Sie, welche zusätzlichen Familienleistungen Ihr Kanton oder Ihre Gemeinde über das Bundesminimum hinaus anbietet.

Kinderbetreuung und Kindergarten

Kinderbetreuung gehört in der Schweiz zu den teuersten Bereichen des Familienalltags. Vollzeit-Krippenplätze kosten oft mehrere tausend Franken pro Monat, wobei manche Gemeinden einkommensabhängige Subventionen gewähren. Es lohnt sich, bei den lokalen Sozialdiensten nach vergünstigten Tarifen zu fragen.

Der Kindergarten ist Teil des öffentlichen Schulsystems und in den zwei Jahren vor der Primarschule in der Regel obligatorisch und kostenlos. Mittags- und Nachmittagsbetreuung kann jedoch separat kostenpflichtig sein.

Alternativen sind Tagesfamilien, Au-pairs, Spielgruppen oder Nannys. Da die Wartelisten in gefragten Krippen lang sein können, ist eine sehr frühe Anmeldung wichtig.

Tipps
  • 1.In Städten mit hoher Nachfrage wie Zürich oder Genf sollten Sie sich oft schon während der Schwangerschaft um einen Krippenplatz bemühen.
  • 2.Fragen Sie Ihre Gemeinde nach subventionierten Betreuungstarifen. Diese können die Kosten deutlich senken.

Familienaktivitäten und Freizeit

Die Schweiz ist sehr familienfreundlich. Im Sommer locken Wanderungen, Seen, Velowege und Naturparks, im Winter familiengeeignete Skigebiete. Viele Routen und Aktivitäten sind online gut dokumentiert und einfach planbar.

Auch bei schlechtem Wetter gibt es zahlreiche Möglichkeiten, etwa Museen, Science Center, Trampolinparks, Indoor-Spielplätze oder Hallenbäder. Viele Museen bieten spezielle Familienprogramme an.

Viele Gemeinden organisieren während der Schulferien Ferienprogramme mit Workshops, Camps oder Sportwochen für Kinder.

Tipps
  • 1.Für Familienfahrten mit dem Zug lohnt sich häufig die Kinder- oder Jugend-Mitfahrkarte der SBB.
  • 2.Viele Schweizer Museen bieten Kindern freien Eintritt oder spezielle Wochenendprogramme für Familien an.

Kinderärzte und Kindergesundheit

Die Suche nach einem Kinderarzt sollte nach der Ankunft früh Priorität haben. Kinderärzte kümmern sich um Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Entwicklungskontrollen und Überweisungen an Spezialisten. Beliebte Praxen haben insbesondere in größeren Städten oft Wartelisten.

Der vom Bundesamt für Gesundheit empfohlene Schweizer Impfplan umfasst die wichtigsten Kinderimpfungen und wird durch die Grundversicherung gedeckt. Schulen und Betreuungseinrichtungen können einen Nachweis über den Impfstatus verlangen.

Vorsorgeuntersuchungen finden in bestimmten Altersstufen statt und sind versichert. Außerhalb der Praxisöffnungszeiten können Familien kinderärztliche Notfallstationen oder Walk-in-Angebote nutzen.

Tipps
  • 1.Melden Sie Ihr Kind möglichst früh bei einer Kinderarztpraxis an, auch wenn noch kein akuter Bedarf besteht.
  • 2.Bringen Sie vorhandene Impfunterlagen aus dem Herkunftsland mit, damit sie in den Schweizer Impfplan integriert werden können.

Spielgruppen und Eltern-Communities

Spielgruppen sind für Kinder zwischen zwei und vier Jahren sehr beliebt und bieten einen sanften Einstieg in soziale Kontakte vor dem Kindergarten. Gemeinden und Organisationen wie die IG Spielgruppen Schweiz helfen bei der Suche nach geeigneten lokalen Angeboten.

Auch Eltern-Kind-Gruppen wie Muki-Turnen oder ähnliche Gemeinschaftsangebote sind verbreitet. Sie helfen Eltern, ein Netzwerk aufzubauen, während Kinder spielerisch aktiv sind.

Für internationale Familien bieten englischsprachige Elterngruppen, lokale Social-Media-Communities und kantonale Mütter- und Väterberatungen praktische Unterstützung zu Betreuung, Gesundheit und Schule.

Tipps
  • 1.Nutzen Sie Mütter- und Väterberatungen für kostenlose Unterstützung zu Ernährung, Schlaf, Entwicklung und Erziehungsfragen.
  • 2.Schließen Sie sich früh lokalen Spielgruppen oder Eltern-Kind-Angeboten an, um schnell ein soziales Netzwerk aufzubauen.